Eigentlich beschreiben diese vier Zeilen den Zwergschnauzer sehr treffend und schaffen es so, dass sich jeder verbunden mit den Bildern ein Bild von Zwergschnauzern machen kann.

Da ich im Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. (PSK) züchte, möchte ich jedoch den interessierten Lesern noch ein paar mehr Informationen geben, wie auch der PSK in seinen Informationsbroschüren den Zwergschnauzer beschreibt.

Der Zwergschnauzer ist in der FCI – Gruppe 2 (Pinscher u. Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde unter der Standard Nr.: 183 klassifiziert. Das Ursprungsland der Rasse ist Deutschland.


Standard:


Die „verkleinerte Ausführung“ des Schnauzers hat eine Schulterhöhe von 30-35 cm. Es gibt den Zwergschnauzer in den Farben pfeffersalz, schwarz, schwarz-silber und weiß. Der Kopf ist gestreckt, von den Ohren bis zu den Augen und von diesen bis zur Nasenspitze allmählich schmaler werdend. Der Stirnansatz ist mäßig und die Backen sind flach bemuskelt. Der Hals ist leicht gewölbt, der Nacken kräftig, und die Kehlhaut liegt an. Die Augen sind dunkel, oval und nach vorn gerichtet. Die Ohren sind als unkupierte Klappohren ausgebildet, die Rute ist naturbelassen, Zuchtziel ist die Säbel- oder Sichelrute. Das Gebiss ist kräftig, gesund und vollständig. Die oberen Schneidezähne greifen scherenartig über die unteren.

Der Körperbau ist wuchtig mit kurzem, festem Rücken. Die in leichter Rundung verlaufende Kruppe geht unmerklich in den Rutenansatz über. Die Gesamtlänge des Rumpfes entspricht etwa der Schulterhöhe. Die Vorbrust ist ausgeprägt. Die Brust reicht bis in die Höhe der Ellenbogen und geht in den mäßig aufgezogenen Bauch über.

Die Vorderläufe sind als allseitig gerade Stützen ausgebildet, die Ellenbogen liegen an. Die hinteren Sprunggelenke sind ausgeprägt gewinkelt.

Das Haar ist rauhaarig mit harschem Bart, struppigen Augenbrauen und bei den pfeffersalzfarbenen Hunden mit einer dunklen Maske versehen. An Ohren, Stirn, Backen, Halsvorderseite, Bauch und Hosen wird das Haar kürzer gehalten.

Eigenschaften und Besonderheiten:

Der Zwergschnauzer ist ein charaktervoller, treuer Begleiter, der täglich seine Bewegung genießt und als Begleit- und Familienhund überzeugt. Er ist ein unbestechlicher Wächter für Haus und Heim, dabei kein Kläffer. Robustheit und Ausdauer zeichnen den kleinen, kräftigen, eher gedrungenen als schlanken, rauhaarigen Zwergschnauzer aus. Im Großen und Ganzen entsprechen seine Wesenszüge denen des Schnauzers und werden durch Temperament und Gebaren noch verstärkt, und zwar ohne die psychischen Merkmale eines Zwerghundes – das zeichnet den Zwergschnauzer aus. Auch ist der Zwergschnauzer ein begeisterter Sporthund, THS & Agility liebt er, er kann es kaum erwarten, bis es losgeht, wenn er einmal reingeschnuppert hat!

Geschichte / Herkunft:

Schon vor mehr als hundert Jahren machte ein Schnauzer-Zwerg aus dem Raum Frankfurt/Main seinen Weg, damals noch als rauhaariger Zwergpinscher bezeichnet. Es war keine leichte Aufgabe, aus den verschiedenen Formen, Größen und Typen und dem Wirrwarr der harten, weichen und seidigen Haarstrukturen einen Kleinhund zu schaffen, der dem Exterieur und den Wesensqualitäten seines größeren Bruders, dem Schnauzer, voll entsprach.


Zwar wurde 1880 schon der Standard für Pinscher und Schnauzer aufgestellt und im ersten deutschen Hundestammbuch niedergelegt. Aber am Anfang herrschte noch ein Durcheinander bezüglich des Typs.

Mit der Gründung des Pinscherklubs im Jahre 1895 - von Josef Berta, der die rau- und glatthaarigen Pinscher betreute - begann die planmäßige Entwicklung unserer heutigen Schnauzer. Josef Berta schrieb damals bereits nieder, wie er sich den rauhaarigen Zwergpinscher vorstelle: Figur, Kopf, Behaarung und Wesen als die verkleinerte Form des großen Bruders. In seiner Richtertätigkeit begann er, aus den verschiedenartigsten Typen solche rauhaarigen Zwergpinscher herauszustellen, die im Erscheinungsbild dem großen Bruder am nächsten kamen - was dazu beitrug, dass sich der Name „Zwergschnauzer“ bildete und im Band II des Pinscherzuchtbuches ab 1910 offiziell wurde.